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| „Väter vor!“ – HIV-bedrohte Kinder brauchen gestärkte Familien |
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| Untertitel: | UNAIDS und World Vision fordern Umdenken bei Aidshilfen |
| Rubrik: | Veranstaltungen |
| Datum: | 19.07.2010 |
| Nachricht: | Wien, 17. Juli 2010. HIV-infizierte Männer und Frauen wollen Kinder haben. „Im Jahr 2010 ist dies zum Glück kein Tabu-Thema mehr, aber HIV-Prävention und Aids-Hilfen sind in der Praxis bisher kaum bei der Familie angekommen“, beschreibt Stefan Germann von World Vision die Ausgangs- situation der Beratungen zum Thema „Kinder und HIV“ bei der Weltaidskonferenz in Wien. Die Folge: Oft erfahren Eltern zu spät, wie sie ihre Kinder vor einer Ansteckung bewahren und ihre eigene Gesundheit stärken können, damit die Kinder nicht als Waisen aufwachsen. So kommen jährlich 400.000 Babies bereits infiziert auf die Welt. Ohne Diagnose und Behandlung stirbt fast die Hälfte dieser Kinder noch vor dem ersten Lebensjahr.
Väter und Großmütter, die auf Mütter und ihre Babies großen Einfluss nehmen, bleiben bei Gesundheitsberatungen zudem oft außen vor. UNAIDS-Direktor Michel Sidibe kritisierte diesen Missstand in seiner Eröffnungsrede zum „Kinder und Aids“-Symposium in Wien. Die zweitägige Fachkonferenz mit rund 600 Teilnehmern aus aller Welt wird von der Coalition on Children Affected by Aids, der Teresa Group und World Vision ausgerichtet. Wer den Kindern helfen wolle, müsse auch die Mütter retten und Väter in die Pflicht nehmen, forderte Sidibe. Familien müssten durch soziale Absicherung gestärkt, Väter bei HIV-Programmen besser einbezogen werden. „Ich freue mich, Teil einer Bewegung zu sein, die genau daran arbeitet“, betonte Sidibe, der zuvor die Pionierarbeit der Sambierin Elizabeth Mwenyi auf diesem Gebiet lobte. Es sei ein gutes Signal, Kinder an den Anfang der Weltaidskon- ferenz zu stellen. „HIV zerstört das Leben vieler Kinder, noch bevor es richtig angefangen hat – das kann man nicht akzeptieren“, antworte Sidibe sinngemäß auf die Begrüßung durch Stefan Germann von World Vision. Die Mitglieder der Coalition halten eine familien-betonte Präventionsarbeit für effektiver und kostengünstiger als isolierte Maßnahmen für HIV-betroffene Kinder. Germann: „Wir erreichen damit mehr Kinder und berücksichtigen damit besser, dass die Familie eine wichtige Stütze für das Kind ist.“ Statt der bisherigen Mutter-Kind-Therapie (PMTCT) empfiehlt World Vision beispielsweise eine Eltern-Kind- Therapie mit integrierten Hilfen wie Ernährungsberatung, Familienplanung und Sozialleistungen (PPPCT Plus). „Väter vor“ ist auch hierbei ein wichtiges Thema. World Vision testet einen solchen Ansatz derzeit unter anderem in Kenia und Kambodscha, hat auch positive Erfahrungen mit der Ausbildung von Bürgernetzwerken, die HIV-betroffene Familien unterstützen. Rund 1,2 Millionen Kinder in Afrika werden aktuell durch solche Netzwerke betreut. World Vision und UNAIDS begrüßen den Umstand, dass in einigen Ländern bereits ein Umdenken stattgefunden hat und nationale Aids-Programme zunehmend Familien mit ihren sozialen Verhältnissen in den Blick nehmen. „Andererseits sehen wir die Umsetzung aktuell durch rückläufige Finanz- zusagen der Geber gefährdet“, so Stefan Germann. „Dies in einem Moment, wo wir die größten Herausforderungen noch vor uns haben: Kinder von Migranten, Drogenabhängigen und sozial ausgegrenzten Familien zu erreichen.“ Dem konnte UNAIDS-Direktor Sidibe nicht widersprechen. |
| Quelle: | WORLD VISION Deutschland www.worldvision.de presse@worldvision.de |



